19. September 2014

JMF

©JMF2014

Am Tag der Hochzeit fasten Braut und Bräutigam, bis die Zeremonie vorbei ist – der ernste und feierliche Charakter des Tages soll ihnen so bewusst werden. Der Ort der Trauung muss aber nicht zwangsläufig die Synagoge sein.

Eine jüdische Hochzeit kann an jedem Ort stattfinden, auch im Freien.
Das Brautpaar steht bei der Zeremonie unter einem Baldachin, der von vier Stäben gehalten wird, genannt Chuppa. In Anwesenheit von zwei Zeugen wird nun das Paar vermählt: Beide trinken einen Schluck gesegneten Wein und dann überreicht der Bräutigam seiner Braut einen Ring.

Ein Chuppa-Stein ©JMF2014Im Anschluss daran wird der traditionelle Ehevertrag, die Ketubba, verlesen. Es folgen sieben Segensprüche und ein zweiter Schluck Wein. Zum Schluss zertritt der Bräutigam ein Glas, um an die Zerstörung des Jerusalemer Tempels zu erinnern.

In Süddeutschland wurde das Glas früher auch an sogenannten Chuppa-Steinen (s. Bild) zerschmettert, die sich an der Außenmauer der Synagoge befanden. Die Gäste rufen zum Schluss: „Masal Tov!“ – „Viel Glück!“