5. Mai 2015

Archäologische Grabungen auf der Baustelle.

©JMF

Berge aus Erde und Pflastersteinen häufen sich derzeit neben dem Jüdischen Museum Franken in Fürth. Nein, der Neubau wurde noch nicht begonnen – es werden gerade archäologische Grabungen vorgenommen.
Sie sind jedoch ein eindeutiges Indiz dafür, dass der Baubeginn unmittelbar bevorsteht. Der symbolische Spatenstich, zu dem der Staatsminister des Innern Joachim Herrmann eigens anreist, steht schon fest: am 8. Mai ist es soweit.

Warum muss nun die Neubaufläche vor Baubeginn komplett umgegraben werden? Grundsätzlich sind solche archäologischen Grabungen für jedes Bauvorhaben notwendig, wenn bekannt ist, dass archäologische Substanz unter der Baufläche vorhanden ist. Bei der noch freien Fläche neben dem Museum ist dies der Fall – sie war früher bebaut.

Archäologische Grabungen für den Neubau des Jüdischen Museums in Fürth.

Gegraben wird bis zur Endtiefe des künftigen Neubaus. Wie auf dem Foto zu sehen und wie erwartet, haben die Archäologen Mauerreste eines früheren Gebäudes gefunden. In der oberen linken Bildecke sind außerdem Teile eines alten Sandsteinkellers zu sehen, der bereits bei früheren Grabungen im Jahr 2010 entdeckt wurde.Die Funde werden genau vermessen und dokumentiert. Danach werden sie entfernt bzw. abgerissen.

Nur sehr sehr, selten wird der archäologische Befund erhalten – nämlich dann, wenn er außergewöhnlich ist. In diesem Fall wird das Bauvorhaben geändert: das Gebäude wird entweder an anderer Stelle oder in anderer Form errichtet, so dass es nicht in den Boden eingreift. Wenn dies nicht möglich ist, wird es auf einer so genannten konservatorischen Überdeckung errichtet – einer zusätzlichen Schicht, die das Bodendenkmal schützt.

Archäologische Grabungen für den Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Franken in Fürth.

Vermutlich werden die Grabungen noch bis zum 22. Mai dauern. Danach kann der Bau endlich beginnen und neue Berge aus den verschiedensten Baumaterialien werden den Blick auf das Museumsgebäude weiterhin versperren…