3. Juni 2015

Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Schwabach mit Dr. Charlotte Knobloch.

©JMF

Gestern Abend ist zusammen mit Politikern und Drittmittelgebern feierlich das neue Jüdische Museum Franken in Schwabach eröffnet worden.
Und das war nicht die letzte Eröffnungsfeier – sieben an der Zahl werden es sein. Warum? Die Laubhütte ist das Highlight des Museums und das jüdische Laubhüttenfest, das die Bewohner einst darin feierten, dauerte eben sieben Tage.

Die erste Veranstaltung war eigens für die Anwohner der Synagogengasse – sie sollten in einer Führung als Erste das Museum kennenlernen. Zum zweiten Termin haben wir die Presse eingeladen und über die dritte Eröffnungsfeier des gestrigen Abends wollen wir euch nun kurz berichten.

Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Schwabach.

Über 150 Leute fanden sich in der Synagoge in der Synagogengasse zusammen: Politiker, Drittmittelgeber, Förderer, Spender und natürlich alle an der Konzeption und Umsetzung Beteiligten.
Die prominentesten unter ihnen: Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Joachim Herrmann, Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr, Dr. Günther Beckstein, Bayerischer Ministerpräsident a.D. und Schirmherr des Projekts, Bezirksrat Alexander Küßwetter, Erster Vorsitzender des Trägervereins Jüdisches Museum Franken e.V., Oberbürgermeister Matthias Thürauf und natürlich die Museumsleiterin Daniela Eisenstein.

Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Schwabach.

In den Reden dieser Personen wurde deutlich, welch wichtige gesamtgesellschaftliche Rolle das neue Museum einnehmen wird.
Oberbürgermeister Thürauf zufolge hält das Museum die Erinnerung an jüdisches Leben in Schwabach lebendigt, das durch die Schoa ausgelöscht wurde. Laut Alexander Küßwetter sei die Eröffnung im Jahr 2015 – 70 Jahre nach Kriegsende – ein Zeichen des Gedenkens. Zudem betonte er das Alleinstellungsmerkmal aller drei Häuser des Jüdischen Museums Franken: Sie sind in ehemaligen jüdischen Wohnhäusern untergebracht und thematisieren nicht nur die Geschichte, sondern auch die Gegenwart. Sie setzen Impulse für den interkulturellen Erfahrungsaustausch, um ein gesellschaftliches Miteinander, Respekt und Toleranz zu fördern.

Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Schwabach.

Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Schwabach.

Auch für Staatsminister Joachim Herrmann ist das neue Museum ein Zeichen gegen das Vergessen – und damit auch ein Zeichen für die Zukunft. Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Schwabach.Es rege zur Rückbesinnung auf das frühere Zusammenleben an, vermittele und demonstriere einen Teil unserer kulturellen Identität: Die deutsche Geschichte ist untrennbar mit der jüdischen Geschichte verbunden.
Wenn man mehr über das jüdische Leben erfahren will, müsse man nur aufs Land fahren, so Günther Beckstein. Hier gibt es unzählige Synagogen, Friedhöfe und historische Bauzeugnisse – wie das Jüdische Museum Franken in Schwabach.
Charlotte Knobloch appellierte zudem dafür, dass jeder einzelne seinen Beitrag für ein gutes Zusammenleben leistet und dass vor allem der jungen Generation die jüdische Kultur durch Stätten wie das Museum in Schwabach wieder stärker zu Bewusstsein rückt. Gleichzeitig sei das Museum eine Warnung an die Zerbrechlichkeit der Zivilisation und Demokratie. Zu häufig, nicht zuletzt in der NS-Zeit, sind diese tatsächlich zu Bruch gegangen. Einst florierte das jüdische Leben in Franken und das könne auch in Zukunft wieder so sein.
Trotz ihrer Vergangenheit fühle sie sich mittlerweile in Bayern angekommen. Solche Abende wie die gestrige Eröffnungsfeier bestätigen ihr, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat.

Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Schwabach.

Nach diesen bewegenden, teils mahnenden, aber auch zuversichtlichen und freudigen Worten durften die Gäste das neue Museum besichtigen. Als der Abend bei einem kleinen Umtrunk mit koscherem Wein und kleinen Snacks ausklang, äußerten alle die gleiche Meinung über das neue Jüdische Museum Franken in Schwabach: klein, aber fein.

Eröffnung des Jüdischen Museums Franken in Schwabach.

Und die letzten vier Eröffnungsveranstaltungen?
Am Samstag findet eine Feier speziell für Kulturschaffende statt. Ganz herzlich einladen möchten wir euch zu den nächsten zwei Terminen am Sonntag, den 7. Juni: das Museum ist zum ersten Mal geöffnet (von 12-17 Uhr geöffnet) und es finden die ersten zwei öffentlichen Führungen statt – um 14 Uhr mit Museumsleiterin Daniela Eisenstein und um 15 Uhr mit der Stellvertretenden Museumsleiterin Verena Erbersdobler. Anmeldung ist erforderlich unter  0911-770577 oder per Mail an fuehrungen@juedisches-museum.org.
Der letzte der sieben Termine ist die Chanukkat ha-Bajit bzw. die Anbringung der Mesusa. Was das genau ist und wann es stattfindet, wird so bald wie möglich bekannt gegeben.