3. September 2014

Nicht nur in der Bibliothek hat sich im vergangenen Jahr einiges getan. ©Jüdisches Museum Franken, 2014

©JMF2014

Was macht eigentlich ein Museum sonst noch außer Ausstellungen? – Bewahren, forschen, vermitteln und vernetzen. Dank der Leuchtturmgelder konnte das JMF in diesen Bereichen viele spannende Projekte verwirklichen.

Sicher verpackt

Zwischen 150 und 300 Jahre sind sie alt und der Lauf der Zeit hat sein zerstörerisches Werk schon weit vorangetrieben. Dank einer aufwändigen Buchvermessungs- und Verpackungsaktion sind die hebräischen Drucke im Bestand des JMF nun für die nächsten Jahrhunderte gewappnet.
Millimetergenau wurde jedes einzelne Buch vermessen und dann in eine speziell angefertigte Box gepackt. Alter, Gebrauch, Umwelteinflüsse und schlechte Lagerungsbedingungen können den Büchern nun keinen Schaden mehr anhaben.

Netzwerk Jüdisches Franken

So etwas gibt es bisher noch nicht: Dank unserer Förderer, den Bezirken Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken, veröffentlicht das JMF im Rahmen des Projektes „Netzwerk Jüdisches Franken“ erstmals einen umfangreichen Touristenführer über alle jüdischen Museen, Gedenkstätten und Synagogen in Franken.

Im „Streifzug durch das jüdische Franken“ wird jeder Eintrag mit Text und Bild erläutert und informiert über Öffnungszeiten und Kontaktaufnahme. Der Touristenführer liegt ab Januar kostenlos an der Touristinfo und in den einzelnen Einrichtungen aus.

Für Besucher, Interessierte und Forschende entsteht darüber hinaus eine neue Homepage, das „Netzwerk Jüdisches Franken“. Die umfangreiche Plattform zu jüdischer Geschichte und Kultur in Franken ist ein ein wahres Mammutprojekt. Wie im Touristenführer finden sich dann Informationen zu allen kulturellen Einrichtungen und Museen der Region.

Außerdem werden ein Veranstaltungs- und Ausstellungskalender sowie ein Blog eingerichtet. Und nicht zuletzt ermöglicht die Homepage einen schnellen Zugang zu Datenbanken und Informationsquellen und vermittelt Kontaktadressen zu Archiven, Museen und Dokumentationsstellen.

Gegen den WissensdurstAus der Quellensammlung “Jüdisches Leben in Franken”. ©Jüdisches Museum Franken, 2014

Lehrer, Studenten und alle Interessierten dürfen sich gegen Ende des Jahres auf eine weitere Publikation freuen, die in Zusammenarbeit mit der österreichischen Wissenschaftlerin Dr. Barbara Staudinger entstanden ist: Die Quellensammlung „Jüdisches Leben in Franken“ vermittelt anhand von Ausstellungsobjekten des JMF die Besonderheiten des fränkisch-jüdischen Lebens. Dabei werden Bräuche, Feste und Traditionen auf dem Land und in der Stadt erläutert.

Aufgerüstet

Besonders stolz ist unser Bibliothekar auf den hochauflösenden Buchscanner, der nun bald Einzug in das JMF halten wird. Buch- und Archivbestände können damit professionell und digital erfasst werden und damit der Forschung und allen Interessierten auf einfache Weise zugänglich gemacht werden.

Fürsorge

An restauratorischen und konservatorischen Arbeiten mangelt es in einem Museum nie. In den Bereichen Papier, Möbel, Gemälde, Metall und Textil konnten dank des Leuchtturms große Fortschritte erzielt werden. Außerdem wurden Hilfsmittel und Lagermaterialien angeschafft und Fortbildungen von Mitarbeitern ermöglicht, um Archivierung, Depot und Ausstellungs- und Lagerbedingungen zu verbessern.

Nicht zuletzt wurden viele Schenkungen eingearbeitet. Die spannendsten unter ihnen werden wir bald auf unserem Blog präsentieren.

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©JMF 2014