13. Mai 2018

© Jüdisches Museum Franken

Als Sohn polnischer Einwanderer kam Jean Mandel am 20.9.1911 in Fürth zur Welt. In seiner Jugend spielte er bei der SpVgg Fürth leidenschaftlich Fußball. Nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete er in der “Ersten Fürther Lumpensortieranstalt”, deren Inhaber seine Eltern waren. Ab 1936 übernahm er die Leitung des Unternehmens gemeinsam mit seinem Bruder, bevor es in der Pogromnacht vom 9.11.1938 zerstört und die ganze Familie nach Polen ausgewiesen wurde. Im Sommer 1945 kehrte Jean Mandel nach Fürth zurück, um seine Firma wieder aufzubauen.

In wenigen Jahren etablierte er das erfolgreiche Modelabel Adema und die Israelitische Kultusgemeinde in Fürth. Ab 1.1.1964 bis zu seinem Tod im Jahr 1974 gehörte Jean Mandel dem Bayerischen Senat an und war seit 1971 zudem Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der Name des Modefabrikanten und Kulturförderers ist heute auf dem Jean-Mandel-Platz neben dem Neubau des Jüdischen Museums verewigt.