20. März 2013

©JüdischesMuseumFranken

©JMF2014

Für die Jahre 2013/14 wurde das Jüdische Museum Franken zum „Leuchtturmprojekt“ des „Bayerischen Kulturkonzepts“ des Freistaats Bayern ernannt. Der Freistaat würdigt damit die Ausstrahlung des Museums auf die bayerischen Kulturlandschaft und die Prägung der regionalen Identität.

Für das JMF bedeutet dies, dass in den kommenden zwei Jahren verschiedene nachhaltige Projekte in den Bereichen Forschung, Museumspädagogik, Ausstellungswesen und Sammlungspflege und -erhalt verwirklicht werden können, die bislang nicht möglich waren.

Die Dauerausstellung in Fürth wird in gleich zwei Bereichen überarbeitet werden.
In diesem Jahr beginnen wir mit dem Umbau der Mittelalter-Abteilung. Es wird eine Videostation eingerichtet, die den Besuchern multimedial auf anschauliche und unterhaltsame Art das mittelalterliche jüdische Leben in Franken vermitteln soll.
Im nächsten Jahr werden wir einen neuen Raum gestalten, der sich mit dem Bürgertum beschäftigt. Originale Möbel und Alltagsobjekte, die eine Fürther Familie in den 1930er Jahren bei ihrer erzwungenen Emigration in die USA mitnehmen konnten und die nun nach fast einem Jahrhundert wieder nach Fürth ins Jüdische Museum Franken zurückkehrten, sollen einen Einblick in bürgerliches jüdisches Leben in Fürth Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts geben. Einen bebilderten Bericht zur Anlieferung dieser Objekte findet Ihr übrigens hier.

Auch in unserem Haus in Schnaittach werden Umbaumaßnahmen im Besucherbereich den Museumsbesuch aufwerten, sowie im nächsten Jahr die Einrichtung eines museumspädagogischen Raums für eine Erweiterung der pädagogischen Möglichkeiten sorgen. Die Museumspädagogik erstellt dazu auch neue Führungsmaterialien für die Häuser in Fürth und Schnaittach.

Für das Jüdische Museum in Schwabach, in dem 2015 erstmals eine Dauerausstellung eröffnen wird, wird ein museumspädagogisches Programm erarbeitet. Daneben ist die Veröffentlichung einer Quellensammlung zum jüdischen Leben geplant, welche eine praktische Informationsquelle sowohl für Pädagogen als auch für interessierte Privatpersonen sein wird.

Im Bereich der Sammlung können wir dieses und nächstes Jahr verschiedene Restaurierungs- und bestandssichernde Maßnahmen ergreifen.
Für die historischen Handschriften und Drucke des Sammlungsbestands ist eine Lagerung in maßgenauen, konservatorisch-schützenden Umverpackungen geplant, um diese wertvollen Schriften vor äußeren Einflüssen zu schützen und somit weiter bewahren zu können. Ebenso werden verschiedene Objekte aus dem Bereich Textilien, Dokumente und Metallwaren fachmännisch restauriert.
Durch die Projektgelder ist es in den kommenden zwei Jahren außerdem möglich, verschiedene Objekt- und Dokumentensammlungen, die dem Museum zugegangen sind, professionell einzuarbeiten und näher zu erforschen.

Um die Öffentlichkeit über die Projekte zu informieren und auch einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren, werden wir hier auf dem Blog immer wieder über den Fortschritt unserer Leuchtturmprojekte berichten.