5. September 2017

Fassadengestaltung am Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Franken in Fürth. Wie ein Chamäleon seine Hautfarbe der Umgebung anpasst, so verändert die ockerne Fassade des Erweiterungsbau je nach Lichteinfall ihr Aussehen.
Fällt die Sonne darauf, ergibt sich ein faszinierendes Spiel aus Licht und Schatten. Viele der verschlämmten Klinkersteine springen dann hervor, werfen kleine Schatten und erzeugen so eine feingliedrige, scheinbar lebendige Mauerstruktur (vgl. Bild unten). Ist es jedoch schattig und bedeckt, erzeugen die Steine einen homogenen Farbeindruck mit einigen Farbakzenten und dezenter Struktur (vgl. Titelbild).

Fassadengestaltung am Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Franken in Fürth.

Ganz bewusst wollen die Architekten mit dieser Gestaltung den Eindruck von etwas Archaischem wecken. Genauer gesagt, wird an die Westwand am Tempelberg in Jerusalem erinnert. Farbe und Struktur sind gleichermaßen eine Anspielung darauf. Aber nicht nur auf diesen geschichtsträchtigen heiligen Ort, auf das Jerusalem in Israel, sondern auch im Allgemeinen auf ein Jerusalem. Denn als ein Jerusalem bezeichnete man früher einen Ort, an dem die Gelehrsamkeit zu Hause war. Fürth war früher als solcher weithin bekannt und wird deshalb bis heute noch als fränkisches Jerusalem bezeichnet.