19. November 2015

Startschuss für die Fundraising-Kampagne des Erweiterungsbaus des Jüdischen Museums Franken in Fürth. „Open your mind – Offen für Neues“: Mit diesem Slogan startete am gestrigen Mittwochabend im Foyer der Sparkasse Fürth die Fundraising-Kampagne für den Erweiterungsbau des Jüdischen Museums Franken.
Drei Jahre lang wird sie unter der Federführung von Kulturreferentin Elisabeth Reichert, Herrn Hertel von der Sparkasse und der Kulturstiftung Fürth die Bauzeit begleiten.

Hinter dem Slogan verstecken sich Selbstverständnis und Vision des Museums zugleich. Es ist jüdisch, fränkisch, selbstbewusst und weltoffen und lädt seine Besucher dazu ein, Augen und Kopf für andere Religionen und Kulturen zu öffnen.
Mit dem Erweiterungsbau will es stärker als zuvor eine Gesellschaft in Vielfalt fördern und ein Ort des offenen Diskurses sein. Es setzt sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen auseinander und zwar von der jüdischen Erfahrung ausgehend. Denn gerade ein jüdisches Museum ist „prädestiniert dafür, brandaktuelle Themen aufzugreifen“, erläuterte Museumsleiterin Daniela Eisenstein den über 250 Gästen. Bestes Beispiel dafür sei das jüdische Laubhüttenfest Sukkot, mit dem jedes Jahr im Herbst an die 40-jährige Wanderschaft der Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten gedacht wird. Genauso heimatlos wie damals die Israeliten fühlen sich heute die Flüchtlinge, die derzeit voller Hoffnung in unser Land kommen.

Vorstellung der Fundraising-Kampagne des Erweiterungsbaus des Jüdischen Museums Franken in Fürth. Elisabeth Reichert betonte die gesellschaftliche Verantwortung des Museums in Zeiten von Terror, Flucht und Krieg, als sie die Kampagne im Detail vorstellte. Der soziale Zusammenhalt müsse über alle religiösen und kulturellen Grenzen hinweg gestärkt werden – die Terroranschläge in Paris hätten das nur allzu deutlich gezeigt. Konkret in Fürth kann das Jüdische Museum Franken als Impulsgeber für eine Gesellschaft in Vielfalt auftreten. Als ein Ort des offenen Diskurses zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen – getreu dem Motto Open Your Mind. Um dies zu verwirklichen sei viel Geld nötig. Denn gerade einmal 2,4 von 8 Millionen seine von den Baukosten des Erweiterungsbaus abgedeckt. „Alle sind dazu eingeladen, uns zu unterstützen“, so Elisabeth Reichert.

Wer helfen möchte, kann sich hier über die laufenden Aktionen und Veranstaltungen der Kampagne im Laufe der nächsten drei Jahre genau informieren.

Preisverleihung und Vernissage

Den Auftakt der Kampagne hat das Museum Fürther Grundschülerinnen und -schülern zu verdanken. Im Rahmen des Mal- und Zeichenwettbewerbs „Wir bauen. Ihr malt – Bilder und Bildgeschichte für unseren Bauzaun“ sandten sie insgesamt 293 Bilder zum Thema Feste und Feiertage verschiedener Kulturen und Religionen ein.

60 der jungen Künstler kamen an diesem Abend mit ihren Eltern, um nach der Vorstellung der Kampagne bei der Preisverleihung und der Eröffnung ihrer Ausstellung dabei zu sein.

Malwettbewerb Jüdisches MuseumDr. Thomas Heyden, Wissenschaftlicher Beirat des Trägervereins Jüdisches Museum Franken e.V. und Leitung Sammlung des Neuen Museums Nürnberg, verlieh Giulia Arthemalle (10 Jahre) aus der Grundschule Maistraße den ersten Preis für ihr „Indisches Elefantenfest“. 200 Euro hat sie damit für ihre ganze Klasse gewonnen. Giulia malte es, weil sie selbst einmal dieses farbenprächtige Fest miterleben möchte. Wie auf ihrem Bild werden dann Elefanten bunt geschmückt und es finden Spiele wie Elefanten-Tauziehen oder Elefanten-Polo statt. Das Fest wird gefeiert, weil Elefanten in Indien hoch geehrt sind, aber zu den bedrohten Tierarten gehören.

Den 2. Preis hatte sich Franz Kaiser (10 Jahre), ebenfalls aus der Grundschule Maistraße, mit der „Fürther Kirchweih“ verdient. Seine Klasse bekam 150 Euro. Franz malte eine typische Szene auf der Fürther Kirchweih mit Ständen und Karussell. Das Bild überrascht durch seine interessante Perspektive, die gute Bildgestaltung und die detaillierte und schwungvolle Darstellung.

1. Preis Malwettbewerb Erweiterungsbau2.Platz_Fuerther Kirchweih von Franz Kaiser3.Platz_Kirche von Lilly Kovaes

Der 3. Preis ging an Lilly Kovaes (8 Jahre) aus der Grundschule Frauenstraße, die „Eine ganz besondere Kirche“ malte, weil „die Gemeinde mir wichtig ist und sie dazu einlädt, hineinzugehen.“ 100 Euro gehen damit an ihre Klasse. Lillys Kirche fiel besonders durch die Liebe zum Detail und die phantasievolle und symbolreiche Gestaltung auf. So hat etwa der Kirchturm die Form eines Kreuzes und selbst in den Turmfenstern sind Gardinen zu sehen.

Der Sonderpreis für die aktivste Schule in Höhe von 200 Euro ging an die Grundschule Kirchenplatz in Fürth mit 96 Bildern.

Malwettbewerb Jüdisches Museum

Danach klang die Veranstaltung bei einem üppigen Buffet locker aus. Eine Auswahl der Bilder ist vom 19.11. bis 11.12.2015 im Foyer der Sparkasse Fürth (Maxstr.) und im Jüdischen Museum Franken in Fürth zu sehen. Im Winter werden die Preisträgerbilder zusätzlich an den Baustellenzaun des Erweiterungsbaus des Jüdischen Museums Franken gehängt.