26. August 2011

Der Schabbat (Ruhetag) wird mit feierlichen Zeremonien begonnen und beendet. Er beginnt mit dem Anzünden  von Kerzen und der Begrüßung des Schabbats als Braut im Abendgottesdienst in der Synagoge. Vor dem abendlichen Essen wird der Kiddusch (Heiligung), der Segen über den Wein, gesprochen oder auch gesungen. Erst dann wird das Brot, die Challa, gesegnet.

Zwei geflochtene Hefezöpfe werden zum Schabbatmahl Freitagabend gegessen. Sie erinnern an die doppelte Portion Manna, die Gott während der vierzigjährigen Wüstenwanderschaft jeden Freitag an die Israeliten verteilte. Die zweite Portion war für den Samstag, den Ruhetag Schabbat, vorgesehen. Jeder Zopf enthält sechs Flechtknoten. Sie symbolisieren die Schaubrote der zwölf Stämme Israels im biblischen Tempel. Die Brote werden erst nach dem Wein gesegnet. Deshalb bleibt das Brot während der Weinsegnung mit einer Decke zugedeckt. In Süddeutschland heißen die Hefezöpfe Berches – eine Ableitung des hebräischen Wortes »beracha« (Segen), das im fränkisch-jüdischen Dialekt »broches« ausgesprochen wurde.

Am Ende des Schabbats, nachdem am Samstagabend drei Sterne am Himmel erkennbar sind, beginnt die Hawdala-Zeremonie (Trennung). Sie trennt den Schabbat von der Arbeitswoche. Dabei wird eine mehrdochtige Kerze angezündet, die in vorher gesegnetem Wein gelöscht wird. Anschließend riecht man an der Besamim-Büchse (Gewürze) und nimmt noch die letzten Wohlgerüche des Schabbats mit in die Woche.