26. August 2011

©JMF2014

An Simchat Tora feiert eine jüdische Gemeinde das Ende des jährlichen Zyklus der Toralesungen.

In manchen Gemeinden  werden alle Torarollen aus dem Schrein geholt und singend und tanzend sieben Mal um die Synagoge getragen. Simchat Tora steht  für die jährliche Erneuerung des Bundes mit Gott.

Tora bedeutet Lehre und bildet den Grundstock des jüdischen Glaubens. Aus ihr leitet sich der Talmud ab.
In der Orthodoxie gilt sie als schriftliche göttliche Überlieferung, im Reformjudentum als Teil eines historischen Prozesses.

Dreimal in der Woche wird ein Abschnitt aus der Tora in der Synagoge vorgelesen. Eine Torarolle besteht aus den fünf Büchern Mose, die auf einer Pergamentrolle niedergeschrieben sind. Sie wird im Aron ha-kodesch, einem Schrein an der Ostseite der Synagoge, aufbewahrt. Vorgelesen wird die Tora von einem erhöhten Pult aus, dem Almemor.

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Ihre Verehrung wird durch Ritualobjekte zum Ausdruck gebracht: Kronen und Rimmonim (Aufsätze) versinnbildlichen die herausragende Bedeutung der Lehre. Tassim (Toraschilder) schmücken die Tora und zeigen auf Täfelchen die Feiertage an, für die einzelne Torarollen bestimmt sind. Da die Schrift nicht berührt werden darf, dient ein silberner oder hölzerner Jad (Torazeiger) als Lesehilfe.

Sowohl die Tora als auch große Teile des Toraschmucks stiften Gemeindemitglieder »zur Ehre der Tora«. Sie tragen oft Inschriften, die an den Stifter oder dessen verstorbene Verwandte erinnern.

Die Torarolle wird von einem Sofer auf Pergament von rituell reinen Tieren geschrieben. Die schwarze Tinte besteht aus Ruß, Gummi sowie Honig und ist zugleich dauerhaft und abwaschbar. Wenn sich der Sofer verschreibt, wischt er den Buchstaben aus, verschreibt er sich beim Gottesnamen, muss er das Blatt auswechseln. Der Sofer liniert jedes Blatt vor und schreibt nach einer traditionellen Textanordnung die Zeilen und Spalten. Die Pergamentbahnen sind mit den Sehnen reiner Tiere zusammengenäht.