11. Dezember 2014

Logo der Schwabacher Laubhütte

©JMF/Buchstabenschubser

Am Mittwochabend lud das Jüdische Museum Franken alle Freunde, Förderer und Sponsoren der neuen Dependance in Schwabach zu einer exklusiven Abendveranstaltung.

Der Schirmherr des Projektes persönlich, Dr. Günther Beckstein, Ministerpräsident a.D., sowie der Vorsitzende des Trägervereins Alexander Küßwetter und die Leiterin des Museums Daniela Eisenstein bedankten sich für die bisherige Unterstützung mit einem umfangreichen Rahmenprogramm.

Charlotte Knobloch bei der Eröffnung des Laubhüttenmuseums.

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Als Ehrengast wurde Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, empfangen. Sie las einen berührenden Ausschnitt aus ihrer Autobiografie, wie sie als sechsjähriges Mädchen von ihrem Vater inmitten von brennenden Synagogen, Angstschreien und Zerstörungswut aus München gerettet wurde.

Eigens aus den USA reiste Alex Jacobowitz an, der mit je zwei Schlägeln in einer Hand seinem Marimbaphon den ganzen Abend hindurch virtuose Stücke entlockte.
Daniela Eisenstein stellte Konzept und Bilder des neuen Museums vor, das ab dem 24. Mai für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Hasenjagdszene in der Laubhütte des Museums. Eine derartige Wandmalerei wurde in in diesem Zusammenhang bisher nirgendwo anders gefunden. Dabei ist die „Jakenhas“ eine simple Eselsbrücke für die Reihenfolge der Segenssprüche, wenn der Schabbatausgang auf einen Feiertag fällt.
Näheres zum Konzept des neuen Museums könnt ihr hier nachlesen.

Hinter der Hasenjagdszene in der Schwabacher Laughütte steckt eine simple Eselsbrücke.

©JMF/Buchstabenschubser

Wie Alexander Küßwetter betonte, ist das neue Museum der letzte Baustein des Jüdischen Museums Franken: Während in Fürth Geschichte und Kultur des wichtigsten Zentrums religiösen jüdischen Lebens in Süddeutschland thematisiert werden und Schnaittach das Landjudentum nahebringt, wird nun mit Schwabach auch das jüdische Leben in einer Kleinstadt behandelt.

Eröffnungsfeierlichkeit in der Synagoge in Schwabach.

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Zusammen zeigen alle drei Museen, dass fränkische Geschichte jüdisch ist und umgekehrt. Die Erforschung und Vermittlung jüdischen Lebens in Franken ist fundamental für die kulturelle Identität aller Franken. Anders als man vielleicht erwarten mag, assoziieren andere Länder wie etwa die USA Franken nicht unbedingt mit Lebkuchen und Bratwürsten, sondern mit dem Jüdischen Museum Franken und der Bedeutung Frankens als Heimat hunderter jüdischer Gemeinden.

Um seine Vermittlungsarbeit fortzuführen und um jüdische Traditionen und Rituale wie Bar Mizwa, Chanukka und Sukkot nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wünschen sich das Jüdische Museum Franken, Dr. Günther Beckstein und der Trägerverein noch viele weitere Unterstützer. Wer helfen möchte, ist jederzeit im Jüdischen Museum Franken willkommen.